Culm 27 v.Chr. - Schicksalsjahr der Kelten

Der erste Band meiner Kulm Trilogie, der zur Zeit der Kelten am Kulmgipfel spielt.

Erhältlich im Buchhandel, auf  BoD, Amazon, thalia.at und bei mir.

ISBN 9783739207841

 

27 v. Chr. am Culm, dem steirischen Schicksalsberg unzähliger Generationen. Die Kelten Ardudunums blicken auf dreißig Jahre des Friedens zurück. Die strategisch günstige Lage am Gipfel des Culm hat allen Wohlstand durch Handel gebracht. Doch ein dunkles Omen beim Beltanefest verändert das Dorf. Trotz drohender Vorzeichen möchte der alte Fürst seine Macht nicht abgeben. Ungewöhnliche Verbündete und mächtige Gegner warten auf den Druidenschüler Gair im Kampf um sein Leben, seine Liebe und sein Dorf.

Figurenskizzen
Figurenskizzen

Leseprobe

 Morgen Gair und Eimhir, hattet ihr eine schöne Beltanenacht?“ Malwine lächelte sie verschmitzt an. Eimhir zuckte die Schultern, doch Gair nickte. Ich nehme an, Leod liegt noch irgendwo da draußen? Frühstück ist in Kürze fertig, ich denke, du könntest noch ein paar Blüten suchen gehen, Eimhir.

Das blonde Mädchen nickte, holte eine kleine Tonschüssel aus dem Regal und verließ das Haus. Aonghas schien nur darauf gewartet zu haben, er deutete Gair, neben sich Platz zu nehmen.

Gair holte sich ein Hundefell und ließ sich an dem niedrigen Tisch nieder. Sein Blick überflog die Gegenstände, die darauf lagen, und ihre Anordnung.

Aonghas beobachtete ihn. Unter seinen hellen Augen lagen graue Schatten einer durchwachten Nacht.Du hast es gestern auch gesehen, nicht? Du und Leod, ihr habt beide gezuckt, und das zu recht.“

Die Zeichen hier aber sehen nicht ganz so schlimm aus, oder?“

Der Druide nahm einen der Stäbe in die Hand und wog ihn bedächtig. ”Nein, nicht ganz so. Doch gut würde ich es wahrlich nicht nennen. Aber noch liegt etwas im Verborgenen, das Einfluss haben wird. Wir werden sehen. Ich möchte, dass du mich nachher zu Goraid begleitest, er muss informiert werden. Ich schätze, dass sein Sohn Centigern und dessen Seher die Dinge so deuten werden, wie es ihnen passt. Als Anreiz für Kämpfe.“

Und du willst, dass wir Centigern umstimmen?

Aonghas schüttelte den Kopf. Die Glasperlen, die in seinen Bart eingeflochten waren, hüpften nach links und nach rechts. Malwine, die gerade die Kräuter in den Kessel gegeben hatte, setzte sich an seine Seite, ihre Hand auf sein Knie gelegt. Sie blickte ihren Mann fragend an.

Nein, ich fürchte, wir werden Goraid umstimmen müssen. Auch wenn ich bis jetzt immer seiner Meinung gewesen bin, dass Handel und Offenheit der rechte Weg sind. Es scheint, dass Centigerns Weg nun der Bessere ist.“

Malwine zog hörbar die Luft ein. Auch Gair blickte den Druiden erstaunt an. Ardudunum war immer ein friedlicher Handelspunkt gewesen, mit einem gut besuchten Heiligtum.

Bis jetzt hatte Aonghas immer gegen Centigerns Kriegsgelüste gewettert, sein plötzlicher Meinungsumschwung verwunderte Gair, wie auch offensichtlich die Druidin.

Ehe sie weiter über das Thema sprechen konnten, kehrte Eimhir zurück. Schweigsam richtete Malwine allen eine Schüssel mit Eintopf, während Eimhir einen Teller mit den süßen Blüten auf den Tisch stellte. Gair eilte in die Schlafkammer, die er mit Leod teilte, um eine saubere Tunika anzuziehen. Er war froh darüber, ein paar Momente alleine zu haben. Wenn selbst Aonghas dafür war, dass Ardudunum sich für Krieg wappnete, dann standen die Zeichen wahrlich schlecht.

Sie aßen schweigend. Auch Eimhir sagte kein Wort. Sie hatte ein feines Gespür für Stimmungen in einem Raum und war es gewöhnt, sich den Erwachsenen anzupassen.

Sie hatten ihr Mahl noch nicht beendet, als Leod durch die Tür stolperte. Sein Haar war wirr, an seiner Tunika klebten Blätter, und Grasflecken zierten sie. Er grinste, schnappte sich eine Schüssel mit Eintopf und setzte sich zu den anderen an den Tisch.

Habt ihr auch so viel getrunken wie ich?", kommentierte er das Schweigen.

Malwine lächelte ihn an, wie meist. Gair wusste, dass Leods Verhalten die Druidin amüsierte. Leod verkörperte jene Leichtigkeit, die Gair und Aonghas fehlte und die sie wohl manchmal vermisste. ”Das schafft wohl keiner. Offensichtlich hast du Beltane gebührlich gefeiert.“

Oh ja. Herrliche Nacht. Ich habe viel für die Fruchtbarkeit des Landes getan.“

Wie schön“, brummte Aonghas in seinen Bart. ”Komm, Gair, lass uns gehen. Wenn Leod wach ist, ist es Goraid auch.“

 

Kapitelleiste Veronika Tanton
Kapitelleiste Veronika Tanton

Geschichtliche Details

Der Kulm bei Weiz ist ein 975m hoher Solitärberg, der eine Aussicht bis nach Ungarn bietet. Bereits in der Jungsteinzeit war er besiedelt und zur Zeit meines Romans gab es nachweislich eine Siedlung oben auf dem Gipfel. Bis zu 300 Menschen sollen in dem auf künstlichen Terrassen angelegten Dorf gelebt haben. 

Ich habe mich im Roman dazu entschlossen, das Heiligtum am Kulmgipfel der Göttin Noreia gewidmet sein zu lassen, da dies die Meinung des Leiters des Keltenmuseums am Kulm war. Die Funktion des Berges als Datumsberg - zu den Sonnwenden sind die Sonnenaufgänge präzise an markanten Punkten zu sehen - ließe jedoch auch ein Heiligtum einer männlichen Gottheit logisch erscheinen. Da der Berg in den letzten Jahren jedoch starken Streitereien ausgesetzt war, zog ich den weiblichen Aspekt dem männlichen, kriegerischen vor.

Heute ist der Gipfel in Privatbesitz.

 

Buchtrailer