Wessen Problem ist das?

Seit Kurzem haben wir einen zweiten Hund. Er (3 Monate alt) und unsere sechsjährige Golden-Labrador Mischlingshündin sind wie Tag und Nacht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Lucy ist hellblond, Aiko rabenschwarz. Sie ruhig und faul, er ein Wirbelwind ...

und er stellt meinen Alltag ganz schön auf den Kopf, obwohl er "nur" der Hund der (bei uns lebenden) Freundin meines Ältesten ist. Fast, als hätten wir wieder ein Kleinkind im Haus ...

Natürlich leiden meine Schreibstunden darunter. Und ich ärgere mich mal wieder, dass es mir an der Eigendisziplin mangelt. Oder am Durchsetzungsvermögen. Zu sagen: Nein, ich kann nicht auf den Hund schauen, weil ich muss arbeiten. Es ist schwierig, so etwas zu sagen, wenn man in den Augen der anderen ja "eh nur" zuhause hockt und keinen echten Job hat. Und wenn man auch in den eigenen Augen "eh nur" zuhause hockt und keinen echten Job hat.

Dann verschiebt man das Schreiben halt auf den Abend, wo man dann doch zu müde ist ... aber dann passt es zumindest zum täglich vorgenommenen Trainieren, das auch immer auf der Strecke bleibt (aber da liegt es wirklich nur an der Eigendisziplin und nicht am Hund oder den Kindern oder dem Alltag im Allgemeinen).

Ich frage mich, ob das ein Problem von "geistigen" Berufen ist (im Gegensatz zu solchen, die an einem greifbaren Produkt arbeiten), dass sie nicht ernst genommen werden, selbst von den Ausübenden -- wenn ich zB in Gedanken an einer komplizierten Szene tüftel oder eine neue Geschichte für eine Erzählveranstaltung einstudiere, mache ich das oft mit geschlossenen Augen auf der Couch. Fragt nicht, wie oft ich "aufgeweckt" werde ... (Schlafende Mütter darf man immer wecken, wenn man was braucht von ihnen, oder?)

Oder ist es mehr ein Mann-Frau Problem? Ich habe das Gefühl, Männer tun sich leichter damit, ihre eigenen Bedürfnisse durchzusetzen. Oder irre ich mich da? Was sind eure Erfahrungen - als Mann oder als Frau, als Kopfarbeiter oder Handwerker.

 

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