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Mein Rabe Branna

Autorin Marion Wiesler mit ihrem Raben auf dem Arm

Seit der BuchWien 2023 ist sie mir eine treue Begleiterin auf Messen und manchmal auch bei Lesungen – meine Rabin Branna.

 

Sie schaut sich um, wippt ein wenig auf und ab und bleibt doch stets brav auf meinem Arm. So gut wie jeder zuckt auf den ersten Blick verwundert zusammen und ich höre auf jeder Messe zig-mal: „Ist der echt?!“

In Leipzig auf der Buchmesse sind gar zwei Damen auf mich zugestürmt und wollten den Tierschutz anrufen, weil ich einem Vogel den Lärm auf der Messe antue … (oh, wie hätte ich mich gefreut, wenn sie es getan hätten, die Publicity wäre fantastisch gewesen!)

Und ja, so ein echter Rabe wäre schon cool. Aber dem täte ich solche Events niemals an, ist ja schon für uns Menschen anstrengend genug …

 

Der Rabe auf meinem Arm ist leider nicht echt.

 

In meinen Büchern ist Branna lebendig, da ist sie der freche und witzige Begleiter meiner Wortflechterin, der Bardin Arduinna, gemeinsam mit dem Wolfshund Cú. Und weil auf so einer Messe nun einmal Unmengen Bücher herumstehen und um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlen, kam die Idee, doch ein wenig mehr vom Inhalt meiner Bücher darzustellen. Indem ich oft in keltischer Gewandung auf Messen stehe. Und eben einen Vogel habe …

 

Der Erinnerungswert ist auf alle Fälle hoch – meinen Namen mag man vergessen, meinen Vogel nicht! (Auf der Fantasy Con in Wien bin ich, glaub ich, unter den Organisatoren nur als „die Frau mit dem Raben“ bekannt, zumindest werde ich so in ihren Emails tituliert…)

 

ein Kakapo

 

Branna ist nicht mein einziger Vogel, es gibt auch noch Henry, der im Rahmen eines Kindergarten-Erzählprogrammes „Geschichten aus dem Koffer“ seinen Auftritt hatte. Er ist ein neuseeländischer Kakapo, eine vom Aussterben bedrohte Art, und alleine das Wort Kakapo sorgt bei Kindergartenkindern regelmäßig für Lachanfälle …

 

 

 

Oft werde ich gefragt, wie ich Branna denn gemacht habe, weil dass sie aus keinem Ei geschlüpft ist, ist bei näherer Betrachtung denn doch offensichtlich.

 

Falls sich wer von euch auch einen eigenen Vogel bauen will, hier ein paar Tipps und Anregungen (Bilder dazu siehe weiter unten):

 

  • Das Ding muss leicht sein, denn auf so einer Messe stehe ich oft 8 Stunden mit ihr am Arm. Also besteht ihr Körper aus zwei Styroporkugeln, die mit Malerband zusammengeklebt sind, um den Köper zu bilden, dazu etwas Alufolie, um den Köper so zu formen, wie er sein soll.
  • Achtet darauf, den Draht für die Füße schon von Anfang an einzubauen und durch die Kugeln durchzuziehen, das war ein Problem bei mir, weil sie zu wackelig wurde, als ich die Beine nur hineinsteckte, sodass ich nocheinmal fast von vorne beginnen musste.
  • Dasselbe beim Kopf – durch den Kopf hindurch und halb herum geht ein dickerer Draht, mit dem ich den Kopf bewegen kann (wenn ihr genau schaut, seht ihr auf den Blogtitelbildern die dunkle Linie zu meiner Hand hin).
  • Die Beweglichkeit im Hals entsteht so einfach, dass ich nie selbst drauf gekommen wäre. Aber meine liebe Freundin Elfi Scharf, ihres Zeichens geniale Puppenspielerin und Kopf des Puppentheaterfestivals Puppille in Gleisdorf, stand mir mit gutem Rat zur Seite. Kopf und Rumpf von Branna sind einfach mit einem Nylonstrumpf verbunden. Damit hat der Kopf die größtmögliche Beweglichkeit. Man muss nur beim Überziehen mit Stoff und Federn darauf achten, dass dieser Bereich nicht zu sehr verklebt wird. Der Schnabel ist einfach aus Pappmache, ebenso die Umwickelung der Drahtbeine.
  • Für die Federn habe ich Gänsefedern gewählt und ein paar gefundene Krähenfedern. Die Augen sind Glassteine. Im Bereich des Schnabels ist das Federnkleben die größte Spielerei, um das so hinzubekommen, dass es gut aussieht.
  • Der Vogel muss nicht völlig symmetrisch sein – Branna ist sogar ziemlich schief und krumm, aber das trägt sogar zur Echtheits-Wirkung bei.
  • Ihre Flügeln (Stoff, mit Federn beklebt) sind nur mit Stecknadeln befestigt. Derzeit tüftel ich daran, den Flügeln noch ein Upgrade zu geben – mein Traum wäre, wenn sie sie ganz ausbreiten kann, wahrscheinlicher wird, dass sie zumindest sie ein wenig heben kann, also quasi mit den Schultern zucken …
  • Ihre Füße sind in einem ledernen Armschutz befestigt (mein Mann ist Bogenbauer, da haben wir mehr als genug von denen), der nicht nur aus etwas dickerem Leder als normal ist, sondern auch doppelt geklebt, sodass die langen Drahtenden der Zehen darin gut befestigt werden können, ohne meinen Unterarm zu kratzen.

 

Branna war übrigens auch schuld, dass ich das Buch „Das Lied der Morrigan“ geschrieben habe. Als ihr Auftritt auf der Leipziger Buchmesse solchen Anklang fand, wusste ich einfach, dass ich nach der Wortflechterin wieder einen Buchstoff mit Rabe machen möchte. Und da sich die irische Kriegsgöttin Morrigan in einen Raben wandeln kann, war die Sache somit klar …

 

 

 

 

Henry ist ganz anders gebaut, aus einem großen Stoffbeutel mit einem aus Styropor geschnitzten Kopf, der hinten einen kurzen Stab zur Führung hat. Er ist ziemlich schwer, da mit Weizenkörnern (und darüber Füllwatte) gefüllt, damit er gut sitzen kann (Kakapos können nicht fliegen) und saß wenn auch immer auf meinen Knien.

 

 

Es ist also keine Hexerei, dafür zu sorgen, dass man einen Vogel hat. Aber Aufsehen erregt man damit immer. Und ein bisschen Aufsehen ist ja als Autor gerade auf Messen nichts Schlechtes …

 

 


CELTOIA

Eine Bücherwelt angesiedelt im Noricum der späten Eisenzeit, inzwischen mehr als 13 Romane voller Spannung, Abenteuer und Liebe.

Tauch ein in die Welt der Kelten und fühle den Pulsschlag jener Zeit in dir!

 

Bücher der Buchwelt Celtoia
Celtoia -- meine Buchwelt zur späten Eisenzeit (und ein paar verbundene Ableger)

Randbemerkung: Ich bin Autorin, keine Historikerin, Archäologin oder Zeitreisende (das wäre spannend ...), ich gebe in meinem Blog einerseits nur meine Meinung weiter und andererseits Wissensbissen, die ich im Zuge meiner Recherchen für meine Keltenromane aus den verschiedensten Quellen zusammengetragen habe. Da ich jemand bin, der sich zwar Informationen und Geschichten merkt, aber nicht wissenschaftlich arbeitet, verzeiht bitte, dass ich (meist) keine Quellenangaben mache, schon gar nicht zu Wissensbissen, die man in vielen Quellen findet.

 

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