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Einflüsse im Berufsleben

ein Lehrer mit einem Globus und ein Blatt papier mit einer Zeichnung

Aus irgendeinem Grund musste ich heute an meine alte Englisch-Professorin im Gymnasium denken und plötzlich hatte ich das Bedürfnis, einen Blogbeitrag über einige der Menschen zu schreiben, die meinen Lebensweg beeinflusst haben. Gewiss waren es noch viele, viele mehr, aber hier jene, die mir gerade einfallen, und auch völlig ungeordnet an Wichtigkeit und Chronologie -- und vielleicht bringt dich dieser Beitrag ja auch dazu, über die einflussreichen Menschen in deinem Leben nachzudenken und so wie ich dankbar für ihren Anteil an deinem Wesen zu sein (viel zu selten haben wir ja die Gelegenheit, diese Dankbarkeit direkt zu sagen, oft auch, weil uns der Einfluss erst viele Jahre später bewusst wird).

 

Bleiben wir gleich bei jener Englisch Professorin. Prof. Johanna Hulla hieß sie, war klein, hinkend (sie hatte Kinderlähmung gehabt), nahm ihren Beruf seehr ernst (manchmal zu sehr, wenn sie die Eltern verständigte, weil sie uns abends bei der Ubahn-Station gesehen hatte...) und war dennoch für ihre Zeit pädagogisch weit voraus (wir haben Blue Danube Radio Nachrichten gehört, Gruppendiskussionen mit verteilten Rollen gehalten - in den 80er Jahren!) Zwei Aussagen von ihr sind mir tief in Erinnerung geblieben: das eine war weniger eine Aussage von ihr, als eine Geschichte, die wir gelesen haben: "Walk proud, be proud". Damals schon machte sie mir klar, dass unser Körper, unsere Haltung etc unsere Stimmung beeinflusst. Und wahrlich, klein und hinkend wie sie war, ich kannte keine Professorin an der Schule, die aufrechter und stolzer ging als sie!

Das Zweite war "No progress without the loss of a skill" (Kein Fortschritt ohne den Verlust einer Fähigkeit). Es ging hierbei um technischen Fortschritt und dieser Satz hat einerseits mein Interesse an altem Handwerk etc geweckt und andererseits meinen Fokus auf Skills/Fähigkeiten. Und gerade heute scheint er mir mal wieder ungemein aktuell ... Als wir Autos erfanden, verlernten wir die Ausdauer, weit zu gehen. Als wir die Schrift erfanden, verlernten wir, lange Texte auswendig zu behalten, etc etc

 

Dann, noch während des Maturajahres, war es Jean-Jacques Pascal, mein Pantomime Lehrer (ich habe damals jede Woche einen Haufen Stunden Ballett, Jazzdance und sonstiges gemacht). Eigentlich hatte ich nämlich vor, nach der Matura zu Verwandten in die USA zu gehen und dort Dolmetsch zu studieren. Nur bot Jean-Jacques mir eine Rolle in einem Theaterstück an (ein Clown in einem Kinderstück). Hätte er das nicht getan, würde ich nun vielleicht in Amerika leben, oder hätte nie den Weg zum Theater eingeschlagen.

 

Einen sehr großen Anstoß zu einer beruflichen Wendung gab mir Walter Davy. Wer Kottan noch in Erinnerung hat, er war der Einbeinige. Ich war damals gerade unzufrieden mit meiner "Karriere" (oder eben dem Fehlen einer solchen) als Schauspielerin, hatte bei ihm in der "Familie Merian", bei der er Regie führte, eine kleine Rolle und habe nebenbei aber auch schon in den Job des Script Supervisors reingeschnuppert. Ich habe ihn damals gefragt, ob er meint, dass ich es am Theater/beim Film "schaffen" könnte als Schauspielerin. Seine Antwort hat mich eine klare Entscheidung treffen lassen und sagt wohl auch einiges über das Film- und Theaterbusiness aus: "Am Talent mangelt es nicht, aber Talent ist nicht alles. Sicher kannst du es schaffen. Die Frage ist nur, ob du dich dann noch magst."

 

Ein Einfluss ganz anderer Art war mein Schauspiellehrer Philippe Gaulier, bei dem ich in Paris und London einige Workshops gemacht habe (Clown, Neutrale Maske ...). Philippe hat eine sehr unorthodoxe Art des Unterrichtens, mit der nicht jede/r umgehen konnte. Da gab es schon mal Schläge mit seinem Meister-Stock gegen die Waden, unerträglich viele Wortspiele (seine Ziel war es, jeden Tag einen guten Witz zu erzählen, nur leider ist nur einer in 100 gut, wie er sagte ...) und vor allem Unberechenbarkeit. Beliebt zum Beispiel sein Kommentar nach einer gespielten Szene, in der man meinte, alles gegeben zu haben: "Ja, ja, das war eine Eins, absolut die Note Eins" und man will sich schon freudestrahlend über das Lob setzen, da kommt der Nachsatz: "Aber weil heute Mittwoch ist, ist Eins die schlechteste Note. Danke, nächster." Gemein? Ja. Aber es hat uns alle gelehrt, dass es nicht auf das ankommt, was der da unten, die Kritiker, die "anderen", sagen, sondern was man selber im Gespür hat über das eigene Können, die gespielte Szene. Er hat mir auch ungemein viel beigebracht über Rhythmen und Spielfreude, etwas, wovon ich heute noch bei jeder Erzählveranstaltung und jeder Schlossführung zehre.

 

Ähnlich wie Philippe war auch Michael Mohapp, bei dem ich (gemeinsam mit Michael Niavarani, Rupert Henning und einigen anderen) am Graumanntheater gearbeitet habe. Man musste ständig auf Zack sein, geistig wach, und einfach Mut haben bei ihm. Am meisten habe ich durch seine "Night Mehr"s gelernt, unsere wöchentlichen Kabarettveranstaltungen. Tagesaktuell. Während wir die Abendvorstellung spielten, hat Mohapp die Texte fürs Kabarett geschrieben, mit Glück kamen wir noch dazu, sie durchzulesen, und schon ging es zur Nachtvorstellung auf die Bühne, "vom Blatt spielend". Auch eine Fähigkeit, die mir bei Erzählveranstaltungen nach wie vor enorm zugute kommt.

 

Das waren bis jetzt alles Theaterleute ...

Was das Schreiben betrifft, weiß ich ganz klar zwei Autoren, die meinen Weg sehr geprägt haben. Beides Autoren, die heute in Verruf geraten sind.

Der erste war Karl May. Ich habe seine Bücher geliebt. Old Shatterhand war meine große Liebe mit 12 ... (also, vor allem Lex Barker in den Verfilmungen ...). Karl May ist "schuld", dass ich mit dem Schreiben begonnen habe. Fan-Fiction, würde man heute sagen. Meine erste längere Geschichte handelte von Old Shatterhands kleiner Schwester, die Karl May schlicht und einfach vergessen hatte, zu erwähnen ... (witziges Detail am Rande: in meiner Geschichte reiste sie ihm in den Wilden Westen nach, begleitet von einem Hund und einem Falken ... hmmmm ... ob ich da wohl in der Wortflechterin etwas der zwölfjährigen Marion aufgearbeitet habe???)

Und dann, als ich etwa sechzehn war, Marion Zimmer-Bradley mit ihren Nebel von Avalon (unbedingt das Buch, nicht der Film!!!). Der Grundstein meiner Keltenliebe, begonnen als Liebe für König Artus, und dann, als ich rausfand, dass die Kelten nicht nur in England waren, sondern eigentlich hier in Österreich epochenbezeichnend waren, ein Bedürfnis, diese im Geschichtsunterricht so missachtete Hochkultur ins Bewusstsein zu bringen.

 

Und dann als beruflichen Anstoß nicht zu vergessen: mein Mann. Ich hatte das Schreiben und Geschichten erfinden eigentlich in die Schublade gelegt, für "irgendwann mal", und war auf der Suche, was ich hier in der Steiermark beruflich Sinnvolles machen könnte, da meinte er, warum nicht auf "alte Fähigkeiten" zurückgreifen und Erzählerin werden ... ich glaub, alleine wär ich gar nicht auf die Idee gekommen. Und dann fand er meinen ersten Roman (Der Krieger der Druiden, damals noch unter dem Titel Culm 27 v. Chr.), bei dem ich eine Veröffentlichung vielleicht, unter Umständen, aber eigentlich vielleicht lieber doch nicht, in Betracht zog, so gut, dass ich es wagte (und er ist ein verdammt kritscher Leser!). Und ich damit meine Leidenschaft endlich zum Beruf machte.

 

Dass mein Vater (ein ständig reisender, mutiger, verrückter Kameramann und Filmproduzent) und meine Mutter (das Gegenstück, eine Perfektionistin in Organisation, sozialen Kontakten und ihrem Erhalt), und ein ganzer Haufen anderer (privater) Menschen meinen Weg mitbestimmt haben, ist klar, hier wollte ich mich aber auf die beruflichen konzentrieren, und auch da gäbe es sicher noch viele mehr ...

 

Wer hat deinen Weg (positiv) beeinflusst? Konntest du je Danke dafür sagen?

 


CELTOIA

Eine Bücherwelt angesiedelt im Noricum der späten Eisenzeit, inzwischen mehr als 13 Romane voller Spannung, Abenteuer und Liebe.

Tauch ein in die Welt der Kelten und fühle den Pulsschlag jener Zeit in dir!

 

Bücher der Buchwelt Celtoia
Celtoia -- meine Buchwelt zur späten Eisenzeit (und ein paar verbundene Ableger)

Randbemerkung: Ich bin Autorin, keine Historikerin, Archäologin oder Zeitreisende (das wäre spannend ...), ich gebe in meinem Blog einerseits nur meine Meinung weiter und andererseits Wissensbissen, die ich im Zuge meiner Recherchen für meine Keltenromane aus den verschiedensten Quellen zusammengetragen habe. Da ich jemand bin, der sich zwar Informationen und Geschichten merkt, aber nicht wissenschaftlich arbeitet, verzeiht bitte, dass ich (meist) keine Quellenangaben mache, schon gar nicht zu Wissensbissen, die man in vielen Quellen findet.

 

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